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Schinderkarsteig


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Tourdetails
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Literatur
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Kommentare

 

Allgemeines

Ziel
Schinder

Zielhöhe
1808m

Talort
Rottach-Egern (731 m)

Höhenmeter
950m

Gehzeit
5:00h

Schwierigkeit
(2.5 - B)

Team-Bewertung

User-Bewertung
(9 Bewertungen)

Eröffnung
-

Resumee
Die Tour über den Schinder und der Abstieg ins Schinderkar sind eher wenig begangen und landschaftlich sehr reizvoll: sowohl wegen der tollen Ausblicke als auch wegen der interessanten Vegetation und der totalen Ödnis im Kar. Wer aber vor allem anspruchsvolles Klettern sucht, wird hier nicht auf seine Kosten kommen. Die kurze gesicherte Stelle bei der Höhle erfordert aber eine gewisse Klettersteigfertigkeit. Nichts für absolute Anfänger!

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Diese Tour haben schon 9 User gemacht:
Marc Wenze Skegg olex Jörg walterg Marc A cayenne77 Bergblumenwiese
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Position/Lage

Ausgangspunkt
Wanderparkplatz ca. 300m vor dem Forsthaus Valepp (ca. 890 m)
Ausgangspunkt GPS
Hütten
Forsthaus Valepp ca. 300 m vom Ausgangspunkt entfernt (ganzjährig geöffnet, November bis Weihnachten geschlossen, Tel.: 08026 / 71281), Trausnitzalm am Aufstieg, 1.435 m, unregelmäßig geöffnet, Milch, Buttermilch, Kaffee, Getränke und Gebäck.
Anfahrt
Mit dem Auto ab München auf der A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Holzkirchen. Dann Richtung Tegernsee über Gmund und Tegernsee nach Rottach. Dort links abbiegen Richtung Suttenbahn/Valepp. Den Wanderparkplatz ca. 300m vor der Valepp erreicht man dann über die Mautstraße ab Rottach vorbei an der Suttenbahn nach Valepp (Mautgebühr EUR 4,50). Es gibt auch einen Bus, der den Schliersee und Rottach über die Valepp-Straße verbindet (der Straßenabschnitt zwischen der Valepp und dem Spitzingsee ist für PKWs nicht befahrbar). Am Wanderparkplatz befindet sich eine Bushaltestelle. Alternativ kann man den Ausgangspunkt auch sehr gut mit dem Fahrrad ab Spitzingsee Südende über den gut ausgebauten Fahrweg vorbei an der Albert-Link-Hütte und dem Blecksteinhaus erreichen.
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Wegverlauf Schinderkarsteig

Zustieg
Vom Wanderparkplatz aus ca. 50 m entlang der Mautstraße zurück (Wegweiser "Schinder") zur Johannesbrücke und diese nach links überqueren. Der Forststraße folgen bis in der ersten Rechtskurve ein kleiner Pfad links abzweigt ("Schinder über Trausnitzalm"). Hier nicht auf der Forststraße weitergehen ("Schinder über Kar"), sondern dem Pfad zur Trausnitzalm folgen (über den Forstweg kommt man später zurück). Der Pfad steigt zunächst sanft an und wird später immer steiler. Zwischendurch überquert man einen Bach über schräge Felsplatten (hier ist ein Drahtseil gespannt) und später zweimal eine Forststraße. Nach ca. 1,5 Stunden ab dem Parkplatz erreicht man die wunderschön gelegene Trausnitzalm (1.435 m) mit Blick auf den Schinder. Wenn diese bewirtschaftet ist, gibt es dort Milch, Buttermilch, Kaffee, Orangenwasser und leckeres Gebäck zu unglaublich günstigen Preisen. Alles aus Eigenerzeugung oder hochgetragen, weil es keine Straße zur Trausnitzalm gibt! Nach der Trausnitzalm geht der Pfad gut sichtbar steil weiter bis zum sehr breiten Gipfelgrat, auf dem man zuerst auf einem Grasrücken, dann über vereinzelte Schrofen und zuletzt durch Latschen den Gipfel des Österreichischen Schinder auf 1.808 m Höhe erreicht (gut 1 h ab der Trausnitzalm). Von diesem hat man einen herrlichen Blick auf Rotwand, Rotwandhütte, Hochmiesing, Taubenstein, Guffert, Riesserkogel, etc. sowie ins Karwendel. Bis hierher ist die Tour eine reine Bergwanderung; Wanderer steigen entlang der Aufstiegsroute ab. Der weitere Weg zum Schindertor und dem Bayerischen Schinder ist mit dem wohlbekannten Alpenvereinsschild: "Nur für Geübte - Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich" gekennzeichnet. Hier beginnt der Steig.
Zustieg Höhenmeter
950m
Zustieg Zeit
2:00h
Anstieg
Vom Gipfel des Österreichischen Schinder folgt man dem Weg Richtung Westen in Richtung des gut sichtbaren Bayerischen Schinder. Nach ca. 5 Minuten gabelt sich der Weg vor einem kleinen Bergrücken. Hier links halten, denn geradeaus ist eine Sackgasse. Nach kurzer Zeit beginnt die erste Klettersteigpassage ca. 20 m hinab durch eine steile teils drahtseilversicherte Fels-Rinne (2,5). Hier wie auf dem weiteren Verlauf sind die Drahtseilsicherungen eher schlecht: dünnes Drahtseil ca. 5 mm, einzelne herausgebrochene Sicherungen, Unterbrechungen und teilweise lange Abstände zwischen den Haken. Eine Selbstsicherung ist empfehlenswert. Nach der Rinne auf dem Pfad weiter zum Schindertor (tiefer Einschnitt zwischen den beiden Schindern). Wegen des unsicheren Wetters und den Regenwolken haben wir den Bayerischen Schinder (ab Schindertor gut 100 m Gegensteigung) ausgelassen. Ab dem Schindertor geht es zur Sache: Steil an Drahtseilen geht es hinab ins Kar. Hier wenig Geröll und eher sandiger rutschiger Untergrund, nicht schwierig und kaum exponiert, aber Trittsicherheit ist unerläßlich. Bereits von oben sieht man die imposante Höhle, durch die der Steig führt und die man nach ca. 15 Minten erreicht. Der Abstieg in die Höhle ist die Schlüsselstelle des Klettersteiges, da hier ca. 10 Höhenmeter steil abwärts, rutschig und ohne echte Tritte oder künstliche Steighilfen zu überwinden sind (2,5). D.h. Schuhe an die Wand stemmen und am 5-mm-Drahtseil abklettern, welches auf diesem Stück keinen Zwischenhaken aufweist. Aus der Höhle heraus kommen dann noch weitere 5 m senkrechter Abstieg, die aber durch 4 Trittstifte stark erleichtert werden (2,5). Danach ist der Klettersteig zu Ende.
Anstieg Höhenmeter
300m
Anstieg Zeit
-
Anstieg Länge
600m
Anstieg GPS
- / -
Abstieg
Nach dem Ausgang der Höhle folgt kurz ein gefährlich steiler Abstieg, ehe der Weg nach rechts zieht und dann die "Abfahrt" im losen Gestein beginnen kann, die aber trotzdem große Vorsicht erfordert, insbesndere wegen der Steinschlaggefahr . Nach dem Kar noch ca. 45 Minuten auf wunderschönen Wegen, zuletzt auf einer Forststraße, zurück zum Ausgangspunkt.
Abstieg Höhenmeter
650m
Abstieg Zeit
1:45h
Wegverlauf KS-Buch
-
Exposition
Süd, dann Nord
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Übersichtskarte Schinderkarsteig

GPS-Track/Höhenprofil

Leider haben wir zu diesem Steig noch keine GPS-Trackdatei vorliegen. Wenn Sie eine solche besitzen, würden wir uns freuen, diese von Ihnen zu erhalten (weitere Infos)!
 
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Sicherheit

Armkraft (1-6)
Erfahrung (1-6)
Kondition (1-6)
Mut (1-6)
Technik (1-6)
Zusatzausrüstung
-
Fluchtmöglichkeiten
keine, bei schlechtem Wetter sollte man bereits am Gipfel des Österreichischen Schinder umkehren und auf dem Anstiegsweg absteigen.
Markierungen
-
Sicherungen
Einigermaßen durchgehendes dünnes Stahlseil (ca. 5 mm) mit kurzen Unterbrechungen, leider immer wieder lose und/oder herausgebrochene Haken, teilweise nur locker gespannt und große Abstände zwischen den Haken, insgesamt 4 Trittstifte im Abstieg.
Gesteinsart
Kalk
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Hinweise

Hinweise
Auch wenn einige Bergbücher die Tour mit Anstieg über das Schinderkar und Abstieg über die Trausnitzalm beschreiben, empfehle ich unbedingt die hier beschriebene Richtung mit Abstieg über das Schinderkar, schon alleine wegen des stetigen leichten Steinschlags im Kar, aber auch, weil ein Aufstieg im Kar einfach zu mühsam ist. Weniger schön sind das dünne Drahtseil und der insgesamt schlechte Zustand der Sicherungen. Zudem beim Drauftreten auf Steine oder Zugreifen immer vorher die Stabilität prüfen, da das Gestein oft ein wenig locker ist. Unverzichtbar ist ein Helm wegen der vielen Steine, die stetig durchs Kar rollen. Empfehlenswert ist eine Selbstsicherung und ein kurzes Seil oder eine Reepschnur - evtl. incl. Achter - für den Abstieg in die Höhle (das ist einfach angenehmer als das Hangeln am dünnen Drahtseil). Die Tour ist auch für konditionell fitte und trittsichere Kinder empfehlenswert; die Abfahrt im Kar ist eine Riesengaudi.
Hintergrund
-
Urheberhinweise
Fotos 1,3-5: Rene Müller
Beschreibung und Fotos 6-11: Familie Brombacher (mit Ergänzungen von Jörg)
Anfängereignung
-
Letzte Änderung
11.07.2013
Aufrufe
34120
Interne ID
146

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Fotos zu Schinderkarsteig


von
 
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User-Kommentare zu Schinderkarsteig

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Kommentare von anderen Usern

Bergblumenwiese schrieb am 07.05.2016
Waren gestern zum Schinder unterwegs (haben allerdings nur den Österreichischen gemacht, den Bayerischen außen vor gelassen)
Der Weg hoch zur Trausnitzalm ist wunderwunderschön - bin selten so ein reizendes Weglein gegangen. Erst später wird er steiler. Die Alm wird Anfang Juni von "Schrotti" übernommen. Er weiß noch nicht, ob er sie bewirtschaften möchte.
Lieber Schrotti, bitte tue es! Wir freuen uns über kalte Getränke und Buttermilch!!
Ab der Alm mussten wir durch Schnee waten bis zum österreichischen Schinder, weiter durch Schnee und Latschen zum Schinderkartörl. Und Überraschung: überall neue starke schöne Seile. Nix mehr dünnes Zeug! Nur bei uns leider zuviel unter Schnee, das Törl halber voll mit Schnee und Gestein. So hat das KS-Set gar nix genützt. Aber wir kamen auch so durch den Schnee runter. Immer mit den Haken Stufen in den Schnee geschlagen. Und statt Geröllabfahren eben auf Schnee. Ging super gut und schnell, nur leider nasse Füße bekommen - aber was soll's. Super Tour.
Übers Kar hoch würd ich niemandem empfehlen - muss sehr sehr mühselig sein!! Also wirklich eine Schinder/ei.
Marc schrieb am 09.10.2012
Hab die Tour am 05.10. gemacht. Aufstieg durchs Kar und auf der Südseite zur Erzherzog Johann KLause abgestiegen, dann wieder leicht ansteigend zurück zum Parkplatz Valepp. War ne schöne Herbst-Wanderung, ist aber kein KLettersteig im eigentlichen Sinn. Dennoch eine landschaftlich schöne und wegen der Steilheit des Aufstiegweges auch etwas kondition-fordernde Tour. Die "KLettersteigstellen" sind mit dünnem Drahtseil und einigen Eisenstiften gesichert, die es bei durchschnittlichem Können aber eigentlich nicht braucht.
Auch der Rückweg von der Erzherzog-Johann Klause entlang eines schmalen Steiges oberhalb der Schlucht ist sehr reizvoll.
LG
Marc
olex schrieb am 19.10.2011
Ich habe am Montag, dem 17.10.11 die Tour über Trausnitzalm gegangen. Wunderbares Wetter, gute Wanderung, schöne Aussichten. Das KS-Set kam nicht zum Einsatz. Die kurzen gesicherten Strecken sind auch ohne leicht überwindbar. Die \"Abfahrt\" über das Kar geht ganz gut und recht schnell. Es wäre recht anstrengend, hier Aufzusteigen. Ich finde die Richtung, wie wir gegangen sind, schöner.
Die Trausnitzalm war nicht bewirtschaftet. Ansonsten waren nur wenige Menschen auf dem Weg und die meisten davon auf dem Abschnitt zwischen der Alm und dem Österreichischen Schinder getroffen.
Alles sin einem eher eine Wander- als Klettertour, aber eine recht schöne.
Thomas schrieb am 05.10.2009
4.10.2009 Wir sind den Steig mit Aufstieg durch das Kar gegangen. Das letzte Stück im Kar vor dem Einstieg in den Klettersteig sollten nur Wanderer mit absoluter Trittsicherheit gehen, da es zumindest bei unserer Tour dort durchaus rutschig gewesen ist. Der Klettersteig macht entschädigt aber für den langen und steilen Aufstieg. Da wir recht früh (8:30 Uhr) los gegangen sind, war vor uns nur ein Zweier-Gruppe und mit Steinschlag hatten wir im Klettersteig keine Probleme. Am Nachmittag (so wurde uns am Parkplatz erzählt) war der Steig jedoch in beide Richtungen sehr voll und es kam zu Stau und Wartezeiten. Oben angekommen machten wir uns auf den Weg zum Bayerischen Schinder. Der Weg ist nicht spektakulär, aber macht auch Spass. Allerdings muss man den gleichen Weg wieder zurück, um auf den Schinder zu gelangen. Der kurze Klettersteig zum Schinder ist gut mit dünnen Stahlseilen gesichert, macht aber auch Spass. Oben angekommen haben wir den herrlichen Ausblich bis zum Großvenediger genossen. Der Abstieg über die Trausnitzalm zieht sich etwas, aber ist landschaftlich auch sehr schön. Meines Erachtens ist die Tour andersrum (also wie oben beschrieben) schwieriger zu gehen. Bergheil!!!
Bernhard schrieb am 04.07.2008
Ich halte die Beschreibung für weit übertrieben, das hört sich ja an wie die Durchsteigung der Eiger Nordwand. In schneereichen Wintern fährt man von der Scharte (Einstieg in den "Klettersteig") mit den Skier ab. Das sagt eigentlich alles. Vielleicht noch ein Bekleidungstipp: wegen des Kars und der Latschenschlacht auf dem Bayrischen Schinder sind lange Hosen nicht verkehrt.
Iolanda schrieb am 22.06.2008
Ich war gestern auf dem Schinder. Aufgestiegen bin ich durchs Kar. Der Weg ist mühsam und verdient mehrere Pausen. Nach einer kurzen Felspassage rechts bin auf einem Schneefeld gestiegen (etwas rutschig, aber bereits gespurt) bis zum Tor. Kurz davor gibt es ein Paar kurze und steile Passagen auf feinem Kies, und die fand ich viel schlimmer als der Klettersteig. Die Leute vor mir haben einen kleinen Steinschlag ausgelöst, aber ich könnte auch hören wie in einer Rinne links von mir Steine runtergekommen sind, auch ohne menschlichen Einwirken. Die weitere Kletterstelle bis zum österreichischen Schinder ist gar nicht schlimm. Runtergekommen bin über Trausnitzalm, da ich nicht so fit war und wollte mir den Tor nicht nochmal zumuten. Fazit: das Ganze ist gar nicht so schlimm, aber erfordert volle Aufmerksamkeit, Trittsicherheit und Schwindlfreiheit.
holger schrieb am 15.06.2008
Ich bin den Weg von unten nach oben gegangen. Die letzten 30m unterhalb der Höhle waren übelstes steiles Schuttgelände. Hier kann man leicht ausrutschen und den Hang hinabsegeln (Boden war hart + steile Schneerinnen). Durch die Höhle muss man klettern, es sind aber nur die ersten 3m senkrecht. Danach bis zur Scharte leichte Kletterei, meistens im Schutt. Drahtseile sind bis auf das unterste neu. War froh dass ich die Tour im Aufstieg gemacht hatte.
Rene Müller schrieb am 19.04.2007
Ich bin meine unten beschriebene Tour nochmal in anderer Richtung gegangen und musste feststellen "ohne Worte schön" hätte ich das mal schon vorher gewusst, dann hätte ich mir diesen schwierigen und gefährlichen Weg verkniffen. Wobei 2005 im November mir kein Wanderer entgegen kam (wohl zum Glück) Lieben Gruss und Bergheil René
Daniela 22.10.06 schrieb am 25.10.2006
Aufstieg vom Parkplatz Valepp Richtung Trausnitzalm/Schinder, Abstieg übers Schinderkar. Bis auf das Tor keinerlei Schwierigkeiten für trittsichere und größere Kinder geeignet. Nicht andersherum gehen, da der Aufstieg durchs Kar gefährlich ist wegen Steinschlag von absteigenden Wanderen. Sehr schöne Tour mit toller Aussicht
alex juli schrieb am 19.07.2006
Sorry, aber nicht richtig. Die Tour sollte man anders herum ausführen, da sonst der dauernde Steinschlag im Aufstieg eine große Gefahr darstellt. Durch die Schuttreißen unter dem Schindertor kann man in 10 Minuten bis zum Karboden auf 1300 m abfahren, die Schuttreißen hinauf zu laufen ist wirklich indiskutabel. Hier gilt eben: Wer ko der ko...wer nicht trittsicher ist sollte sich etwas anderes aussuchen.
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