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THEMA: Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll?

Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 10 Okt 2018 19:03 #1

  • tom77
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 11 Okt 2018 11:54 #2

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Da war ich ja schon happy mal am E/F Bereich abgeklopft zu haben und jetzt G !! : :whistle: :sick:
Also ich weis nicht ! Wo soll das noch hinführen ? Vielleicht irgentwann so was wie Speedbegehungen oder free solo von G/H Steigen , live im T.V. übertragen von , Kettersteigvollprofis ? :evil: :woohoo:
Das " konventionelle" Klettern hat diese Entwicklung genommen :(
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 11 Okt 2018 14:17 #3

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Srajachjung schrieb:
... Wo soll das noch hinführen ? Vielleicht irgentwann so was wie Speedbegehungen oder free solo von G/H Steigen , live im T.V...
Gute Idee! Deep water climbing im Indoor F-Steig: das wär doch was für den nächsten Ninja warrior! :cheer:
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 11 Okt 2018 17:27 #4

  • kletterkiki
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Mit allem ab D/E beschäftige ich mich überhaupt nicht...
"Ich wurde oft falsch verstanden. Häufig unternahm ich Dinge, die für andere eine Provokation waren."
Walter Bonatti (1930-2011)
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 11 Okt 2018 18:53 #5

  • Markus13
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Hi!

Mittlerweile habe ich mich ja mal ganz sachte vorgetastet und fühle mich im E-Bereich nicht mehr wie ein Anfänger.
Ich muss sagen, dass auch der ein- oder andere E-Steig sinnvoll sein und Spass machen kann, wenn er es ermöglicht,
ihn zumindest zum Teil technisch an Fels, Stiften und Klammern zu klettern.
Auch da kann man von einer Form des Genusses sprechen - und ich meine nicht den Genuss, sich zu quälen!
Was ich persönlich garnicht mag, sind sog. 'Affen- oder Hangelsteige', bei denen fast alles über Haltekraft am Drahtseil entschieden wird.
Um ein Negativ- und ein Positiv-Beispiel zu bringen, führe ich jetzt mal
den Karola-KS in Weinheim an. Bei diesem Steig erschliesst sich mir der Sinn nicht.
Nicht aus dem Grund, weil ich schlicht und ergreifend nicht hochkomme, sondern einfach deshalb, weil er - bis man mal die ersten geschraubten Plastikgriffe erreicht hat - nur aus Drahtseilzerren und brutalen Reibungstritten besteht.
Für mich ganz klar ein Steig oberhalb der Sinnhaftigkeitsgrenze.
Wohingegen der "Skywalk" am Dachstein und der komplette "Kaiser Max-KS" für mich absolut herrliche Genußklettersteige sind,
weil sie - ohne brutale Anforderungen an die Haltekraft zu stellen - sehr interessant zu klettern sind. In die beiden hab' ich mich wirklich verliebt.
Wenn ein Steig im moderaten D-Bereich bleibt und als Variante ein vielleicht nicht ganz so rundes E drin hat, wie z.B. beim Nasenwand-KS, kann man auch noch darüber hinwegsehen.
Für mich ist subjektiv betrachtet die Sinnhaftigkeitsgrenze eines Klettersteiges mit der ursprünglich höchsten Bewertung von E erreicht.
Alles darüber wirkt irgendwie erzwungen schwer um der Sensation willen.

LG, Markus
Der Mensch plant und Gott lacht...
Letzte Änderung: 11 Okt 2018 18:56 von Markus13.
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 13 Okt 2018 13:15 #6

Waren Klettersteige ursprünglich nicht eigentlich zur einfacheren Besteigung, b.z.w. Überschreitung von Bergen gedacht? Das Sicherungssystem am Klettersteig und extreme Schwierigkeiten schließen sich für mich irgendwie gegenseitig aus.
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 20 Okt 2018 13:22 #7

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„Der Gesamtanspruch ist auch davon abhängig, ob es sich um eine einzelne extrem schwere Passage handelt oder ob die Schwierigkeiten über längere Distanzen bestehen“

Dieser Satz sagt alles aus. Das wurde beim Kitzklettersteig mal wieder sehr deutlich...
Auch nicht zu unterschätzen ist die Tagesform. Ich habe mit D/E Steigen eigentlich keine Probleme, es gab aber schon Tage, da hat mich ein relativ leichter D Steig sehr gefordert....
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 21 Okt 2018 10:00 #8

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Dann gebe ich - zur Belebung des Forums - mal meinen Senf dazu:

Vorweg: meine "Genussgrenze liegt bei C. Wenn es denn sein muss darf auch mal D dabeisein. Ich habe mich auch schon - mittels Topropesicherung - den schweren (unteren) Teil des gescholtenen Karolasteiges (F) hochgequält, wobei das hochgequält wörtlich zu nehmen ist :blush:

Deshalb gilt für mich: Ich persönlich brauche E und höher nicht!

Aber...

an unserer Sektionswand (Jakobswand) beobachte ich regelmäßig die unterschiedlichsten Reaktionen auf die Begehung der diversen Routen (B/C, C/D und F).

Mein Fazit hieraus:

Es gibt genug KS-Geher (oder verirrte Sportkletterer) die es unter E überhaupt nicht machen :ohmy: Beeindruckend auch die Leistung der "Karola-Steig-Bezwinger" die da hochturnen als gäbe es keine Schwerkraft (übrigens altersunabhängig!). Ebenso gibt es genug KS-Geher denen ein B/C vollkommen ausreicht, so es ihnen nicht schon zuviel ist.

Und bei Gesprächen über Alpinsteige stelle ich fest, dass es KS-Geher gibt die sehr zeitintensive Steige wie das Höllental wie die Pest hassen, sich aber in kurzen Talsteigen sauwohl fühlen - und umgekehrt.

Offenkundig hat also jede Spielart ihre Existenzberechtigung. Deshalb rümpfe ich grundsätzlich weder über den Wanderweg mit Seilsicherung noch den o.a. "Extraplomix" die Nase.

Die Steigbauer sollten sich m.E. allerdings Gedanken hinsichtlich der Nachfrage machen. Will heißen, dass auch beim KS-Gehen die Gaußsche (Normal)Verteilung Anwendung finden dürfte. Es gibt einen niedrigen Prozentsatz von KS-Gehern die nur sehr einfache und einen ebenso niedrigen Prozentsatz der nur sehr schwere Steige absolviert. Die Masse bewegt sich im Mittelfeld (B-D). Es macht demzufolge keinen Sinn immer mehr (sau)schwere Steige anzulegen um damit Kletterer anzulocken. Vielmehr sollte die breite Masse "bedient" werden (Familien), denn die bringen letztendlich das Geld in die Gemeindekassen und nicht die "Möchtegern-Messners/Ondras/Lamas" die von F-Steig zu F-Steig hetzen.

Bleibt abschließend festzuhalten, dass die Entwicklung beim KS-Gehen ebenso fortschreiten wird wie in allen anderen Lebensbereichen.

Wir fahren nicht mehr mit Pferdekutschen, wir haben keine Angst mehr vor den Göttern die auf Alpengipfeln thronen und uns bestrafen falls wir ihre Ruhe stören und wir operieren nicht mehr mit Steinkeilen oder primitiven Knochensägen. Und so wie der einst als nicht mehr zu übertreffende Schwierigkeitsgrad VI nach UIAA längst Geschichte ist werden künftige Generationen irgendwann über E und F bestimmt nur noch milde lächeln.

Gruß

Siggi :)
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 24 Okt 2018 21:56 #9

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Florian1980 schrieb:
Waren Klettersteige ursprünglich nicht eigentlich zur einfacheren Besteigung, b.z.w. Überschreitung von Bergen gedacht? Das Sicherungssystem am Klettersteig und extreme Schwierigkeiten schließen sich für mich irgendwie gegenseitig aus.


Ich meine Florian bringt es hier auf den Punkt. Immer unter dem Aspekt, dass das K.S.-Set eine Notfallsicherung darstellt und nicht dafür ausgelegt ist, wie z.B. beim Vorstiegklettern , einen Sturz mit einzukalkulieren. Ein ungebremster Sturz beim konventionellen Klettern geht oft schon mit Prellungen und Hämatomen einher.
Wenn man sich die extrem überhängenden Passagen im Video anschaut und sich hier einen Sturz vorstellt, so währe dieser in jeder Beziehung ungebremst.
Im besten Fall würde die Fallbandbremse komplett auslösen, sich entfalten , die verbleibende Fallenergie, die auf das Becken und die Lendenwirbelregion einwirkt, währe immer noch sehr hoch. Noch höher, wenn sie nicht oder nur zum Teil auslöst = extremes Verletzungsrisiko.
Ganz zu schweigen von der Vorstellung an einer komplett ausgelösten Fallbremse plus vollständig gedehnten elastischen Klettersteigsetästen zu hängen. Nach einem Sturz sich aus einer solchen Lage wieder selbstständig befreien zu können, dürfte wohl ziemlich illusorisch sein ... :S :dry:
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 28 Okt 2018 23:17 #10

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Ok, auch ich gebe mal meinen "Senf" dazu:
Ich habe vor ca. 15 Jahren mit KS-Gehen begonnen. Damals in den Dolomiten. Auch heute noch finde ich die dortigen Steige größtenteils am sinnvollsten. Für mich war und ist ein KS stets Mittel zum Zweck. Ein KS soll mir Normalbergsteiger ermöglichen, auch Berge mit (leichteren) klettertechnischen Anforderungen zu bezwingen. Damit meine ich Schwierigkeitsgrade zwischen II. und IV. Grad. Es macht keinen Sinn, sich in schwierigeres Gelände zu wagen, wenn man dann nur mittels gehangel am Seil vorankommt. Wo bleibt da das BergSTEIGEN? Ich finde es daher sehr schade, dass es kaum neue Steige gibt, die den alten Prinzipen entsprechen. Ich wünschte mir mehr Steige, die mich auf Berge führen, auf die ich sonst nicht kommen würde. Dabei sollte ein klassicher Zustieg, eine Schwierigkeit von B/C und auch ein gesicherter Abstieg dabei sein. Nicht wie heute üblich, Seilbahnfahrt zum Einstieg, hochhangeln im E-Bereich und runter auf breitem Wanderweg.
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 30 Okt 2018 11:02 #11

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Dann träum mal schön weiter Watze! Wer soll denn mit solchen Steigen Geld verdienen? Hä? Na siehste! Denn darum geht es schließlich, und zwar fast nur noch. Siehe Skigebiete etc.
Leider. So wurden z.B. in der Hohen Tatra Kletterhilfen (Ketten) entfernt und Wegmarkierungen unkenntlich gemacht damit man einen Bergführer nimmt. Man muss ihn sogar nehmen sonst wird es teuer!
MfG Dirk
Letzte Änderung: 30 Okt 2018 11:03 von Freddy63.
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Wie viel Schwierigkeit ist am Klettersteig sinnvoll? 31 Okt 2018 11:48 #12

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Mein Senf dazu heißt „Vielfalt“, der aus einer ganzen Palette von Geschmacksrichtungen besteht: süßer und grober bayrischer Senf zur Weißwurst, mittelscharfer Senf zu Schweinebraten und Rouladen und auch mal ein Klacks Löwensenf zu besonderen Gelegenheiten, während ich den Dijon-Senf anderen überlasse. Jeder hat da so seine Vorlieben.
Wenn ich in der Region unterwegs bin, wandere ich schon mal auf den Weinbergsteigen an Mittelrhein, Main und Mosel, während ich die Steinbruchsteige im Odenwald zwar kenne, aber nicht wiederhole, außer vielleicht zum Aufwärmen vor dem Felsklettern. Die Karola hab ich auch bestiegen, doch auf ein Wiedersehen mit ihr bin ich nicht scharf.
Im Sommer waren wir in den Karawanken auf Steigen zwischen B und E unterwegs, je nach Wetter, Zeitplan, Lust und Laune: vom Wasserfallsteig Rotschitza (B/C) über den anspruchsvollen, teilweise versicherten Gipfelsteig zum Hochstuhl/Veliki vrh (B, 1150 hm, ohne Set) bis hin zum reinen Sportklettersteig Zelenica am Loiblpass (E, mit Set). Und auf dem Heimweg im Wasser-Erlebnispark Galitzenklamm/Lienz: Endorphin (C) und als Dessert Dopamin mit Schweinebauch (in Bergschuhen E/F).
Landschaftsgenuss und sportlicher Anspruch, das sind meine Lieblingszutaten: Corno di Grevo (Adamello), Tajakante, Königsjodler, Imster, Kinigat, Kühtai, Johann & Co. Ich geb’s ja zu: bei E/F Varianten lockt die sportliche Herausforderung, aber kann man dabei die Landschaft genießen?
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