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Via Ferrata di Badde Pentumas


Inhalt:
Tourdetails
Karte
Sicherheit
Hinweise
Galerie
Kommentare

 

Allgemeines

Ziel
Schluchtrand

Zielhöhe
460m

Talort
Oliena

Höhenmeter
315m

Gehzeit
4:30h

Schwierigkeit
(4 - C/D)

Team-Bewertung

Eröffnung
-

Resumee
Schluchtkraxelei mit Klettersteigzugabe: Diese wilde und abwechslungsreiche Ferrata folgt mehreren Felsbändern, die durch die orographisch rechte Felswand des Canyons ansteigen. Eine senkrechte, trittlose Passage verlangt viel Kraft und eine gute Technik.

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Diese Tour haben schon 4 User gemacht:
Markus13 FrankF Bettyunkel joecool
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Position/Lage

Ausgangspunkt
Parkplatz am Rifugio di Sa Oche (145m)
Ausgangspunkt GPS
Hütten
Rifugio Sa Oche
Anfahrt
Von Nuoro auf der SP 22 nach Oliena, dann auf der SP 46 in Richtung Dorgali bis zur Abzweigung nach Su Cologne. Vorbei am gleichnamigen Gasthof biegt man rechts ab auf eine anfangs asphaltierte, dann schottrige Straße in das Valle di Lanaittu. Man erreicht eine Abzweigung (geradeaus käme man nach Tiscali), hier rechts und folgt den Hinweisen „Sa Sedda e Sos Carros“. Wo man rechts zum Rifugio (0,5 km) abbiegen müsste, empfiehlt es sich, noch genau 800m auf der Hauptpiste weiter zu fahren bis zur Querung des Bachbettes (40.249418, 9.491231), dem man nach rechts (aufwärts) in die Schlucht folgen wird. Ggf. wieder 1,3 km zurück zum Rifugio oder gleich hier parken.
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Wegverlauf Via Ferrata di Badde Pentumas

Zustieg
Vom Parkplatz am Rifugio zunächst wieder 1,3 km auf der Schotterpiste zu besagtem Bachbett (Steinmännchen). Von dort aus führt der Zustieg zuerst auf Fahrspuren nach rechts durch den Wald, dann als Pfad im Schotter des Bachbettes weiter. Nach einigen Minuten wird der Ausgang der Schlucht von Pentumas erreicht. Man begleitet den Bach im Talgrund und erreicht bald eine ca. 5 m hohe Felsschräge, die in leichter Kletterei (UIAA 2) überwunden wird (in 2018 neues Knotenseil, oben ein Standplatz zum Nachsichern oder Abseilen). Danach folgt man dem Canyon für etwa eine halbe Stunde über Schotter und Felsblöcke (Steinmännchen), überwindet links das erste Amphitheater und erreicht danach das zweite, größere Felsrund. Um den Einstieg des hier hoch über den Köpfen verlaufenden Klettersteigs zu erreichen, muss man nun links an der Felswand entlang ein Geröllfeld zum Anseilplatz hinaufsteigen.
Zustieg Höhenmeter
170m
Zustieg Zeit
1:00h
Anstieg
Vom Anseilplatz ein paar Meter nach links auf einen Baumstamm, der das neuerdings hier installierte Stahlseil spannt und als Aufstiegshilfe dient. Danach rechts halten. Der Klettersteig folgt nun mehreren Felsbändern ansteigend durch die orographisch rechte Felswand des Canyons; eine grüne Schrift weist die Richtung. Die Ferrata ist hier nicht sehr schwierig, doch bei Nässe und mit schweren Rucksäcken ist große Vorsicht geboten. Eine 4 m Felsstufe wird auf Trittbügeln überwunden. Danach wechseln leichtere Abschnitte mit gesicherten felsigen Passagen. Kleine grüne Markierungen weisen den Weg. Achtung: Sobald der Steig kurz unterhalb der Schluchtoberkante ankommt - voraus ist ein senkrecht nach unten hängendes Textilseil* zu sehen -, gabelt sich der Weg (auffälliger Baum mit Markierungsstein im Stamm). Kaum noch sichtbare grüne Markierungen weisen nach rechts auf das „K 13“ genannte Felsband. Hier würde man - ebenfalls streckenweise seilgesichert - in 90 Min. Duavidda erreichen. Ferratisti steigen aber links am Steinbaum etwas ab. Jetzt wird das eigentliche Felsband der Ferrata di Pentumas erreicht. Die ersten 60 m des Bandes sind leicht, die nächsten 18 m sind dann sehr ausgesetzt, aber immer perfekt abgesichert. Unter sich hat man etwa 150 m Luft! Die nächsten 50 m sind wieder leichter, wieder etwas ausgesetzter um eine Kante. Dann steht man vor der Schlüsselstelle des Klettersteiges, einer ca. 15 Meter hohen, senkrechten und trittarmen Felsstufe. Diese ist mit einer Kette gesichert und alle 2-3 Meter sind Zwischensicherungen vorhanden. Ist diese kräftezehrende Hürde überwunden, folgt eine kurze Querung und nach der nächsten kurzen Felsstufe hat man den Ausstieg mit einem fantastischen Panorama erreicht. Ab hier aktuell 2 Abstiegsalternativen.
* Bei geplanter Rückkehr durch die Schlucht über Abstiegsvariante b) steigt man von oben kommend mit Hilfe des Textilseils wieder zum Steinbaum ab. Aus diesem Grund ist es unbedingt empfehlenswert, die Überwindung der beiden Felstufen - nur die obere hat das Knotenseil - zunächst im Aufstieg zu üben und sich an der Schluchtoberkante die Position des Abstiegsseils genau einzuprägen.
Anstieg Höhenmeter
145m
Anstieg Zeit
2:00h
Anstieg Länge
-
Anstieg GPS
Abstieg
Da der vom Erbauer ursprünglich vorgesehene Abstieg über den Hang mangels Markierung nur für Abenteurer zumutbar ist (vgl. Kommentare) kommen für den Abstieg derzeit nur zwei Alternativen in Frage:
a) Rückkehr vom Ausstieg über den kompletten Klettersteig bis zum Parkplatz, was den einen oder anderen Begeher an der Kette überfordern könnte (ggf. zusätzliche Seilsicherung von oben).
b) die in 2018 bessere Alternative ist der Aufstieg entlang der Steinmännchen über die sanft ansteigende Schluchtoberkante zum Schluchtrand direkt oberhalb des Steinbaums, dort mit Hilfe des auch von oben sichtbaren Seiles die kurze Steilstufe abklettern und über den leichten Teil der Ferrata wieder zum Talgrund absteigen.
Dazu vom Ausstieg den Steinmännchen folgend zunächst die Höhe haltend am Hang entlang, dann im Rechtsbogen ansteigend (zuletzt ohne Steinmännchen) wieder zurück zur Position am Schluchtrand oberhalb des Steinbaumes. Wer genau guckt, sieht schon aus 10 m Entfernung das Textilseil, das nun als Abstiegshilfe zum Steinbaum dient.
Abstieg Höhenmeter
145m
Abstieg Zeit
-
Wegverlauf KS-Buch
-
Exposition
-
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Übersichtskarte Via Ferrata di Badde Pentumas

GPS-Track/Höhenprofil

Leider haben wir zu diesem Steig noch keine GPS-Trackdatei vorliegen. Wenn Sie eine solche besitzen, würden wir uns freuen, diese von Ihnen zu erhalten (weitere Infos)!
 
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Video

Sicherheit

Armkraft (1-6)
Erfahrung (1-6)
Kondition (1-6)
Mut (1-6)
Technik (1-6)
Zusatzausrüstung
10m-Seil: Nützlich für die Abstiegsvariante a) und nötig bei Fehlen des Knotenseiles in der Abstiegsvariante b) (ansonsten ungesichert UIAA 4 im Abstieg) und auch zum Nachsichern im Steig. Auch im Zustieg hilfreich, falls der in 2018 neue Knotenstrick zerschlissen ist oder vom letzten Hochwasser weggerissen wurde.
Fluchtmöglichkeiten
Einzelne Abschnitte bieten Schutz bei Gewitter und Steinschlag.
Markierungen
Steinmännchen, grüne Punkte, Stein im Baum, Knotenstrick
Sicherungen
Neue Seilsicherungen in allen steilen Passagen. Das relativ breite Einstiegsband ist jedoch nicht versichert und verlangt stellenweise absolute Trittsicherheit. Auch ist beim Zustieg im Bachbett jede Menge Kraxelei erforderlich; u.a. muss eine ca. 5 m hohe Felsschräge ungesichert im 2. Schwierigkeitsgrad erklettert werden. Aktuell (2018) ist jedoch ein neuer Knotenstrick installiert und es kann von oben an einem Edelstahl-Abseilstand nachgesichert werden.
Gesteinsart
Kalk
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Hinweise

Hinweise
Achtung: Im Lanaitu-Tal gibt es zwar GPS Signale, aber nach wie vor keinen Mobilfunkempfang. Handy-Apps (google maps, maps.me, etc.) müssen also offlinefähig sein! Und google maps meldet fälschlicherweise schon 1,2 km vor dem Ausgangspunkt, am Rifugio Sa Oche zu sein. Die GPS Koordinaten unter "Ausgangspunkt" führen dagegen zum richtigen Parkplatz am Rifugio Sa Oche.
Hintergrund
Corrado Conca hat die Ferrata gebaut und bietet auch Führungen an. www.corradoconca.it/index.php?option=com_content&view=article&id=11:vfp&catid=7&Itemid=109
Urheberhinweise
-
Anfängereignung
nein
Letzte Änderung
19.04.2018
Aufrufe
10686
Interne ID
2054

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Fotos zu Via Ferrata di Badde Pentumas

Das zweite, grosse Amphitheater
von Markus13
 
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User-Kommentare zu Via Ferrata di Badde Pentumas

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Kommentare von anderen Usern

MichaelAT schrieb am 21.02.2019
Wir sind den Steig im Januar 2019 gegangen. Eine detaillierte Routenbeschreibung mit Fotos, GPS-Daten und einer Topo findet Ihr hier:
https://outdoorblog.viktoria-holler.at/via-ferrata-di-badde-pentumas/

Die Wegfindung war für uns überhaupt kein Problem. Aber wenn man wirklich mit Google Maps eine Bergtour machen will und sich dabei noch auf ständigen GSM-Empfang verlässt, hat man in den Bergen eigentlich eh nichts verloren.

Wir hatten mit Offline-Karten (und zwar solchen die für Bergtouren geeignet sind) überhaupt keine Schwierigkeiten. Geparkt haben wir nicht bei der überall erwähnten Rifugio Sa Oche (warum auch, wenn man dann erst recht wieder zurück und die Straße entlang gehen muss?), sondern direkt dort, wo das Flussbett von der „Hauptstraße“ abzweigt.

Der Weg (konsequent) im Flussbett war leicht zu finden, auch dank der Steinermänner. Die kurze Kraxelei beim Klemmblock war mit Textilseil kein Problem, aber auch ohne wäre die Stelle nicht schwieriger als 1+/2-. Wenn man sich dann im 2. Amphitheater an die Beschreibung hält (also das Geröllfeld links hinauf geht und sich oben links hält) kann man auch den Einstieg nicht verfehlen.

Da man das Knotensteil für den Abstieg vor der zweiten Bandquerung von unten gut sehen und sich merken kann, war auch das Finden der Abstiegstelle auf dem Gipfelplateau kein Problem. Auch dort gibt es Steinmänner und man muss letztlich einfach nur zur tiefsten Stelle des Plateaus gehen. Die kurze Wand im Abstieg wäre ohne Knotenseil wohl deutlich schwerer (2+/3-) als die Stelle beim Klemmblock.

Alles in allem ist der Steig Kletter-technisch zwar nicht besonders aufregend, aber die wunderschöne Schluchtwanderung, das großartige Panorama im Amphitheater und der doch sehr abwechslungsreiche Steig mit Bandquerungen, sind auf jeden Fall einen Ausflug wert.
joecool schrieb am 18.04.2018
Was helfen die genauen GPS-Koordinaten (Danke Markus13!), wenn man mit Smartphone und google maps navigieren will, im Zielgebiet aber überraschend kein Mobilfunkempfang ist? Mann ist aufgeschmissen, Frau fragt die Hüttenwirtin: ja, halt zurück zur Straße und dann rechts bis zum Abfluss des Canyons. Okay, stand ja auch so im Kommentar. Warum aber startet die ursprüngliche Beschreibung offenbar am Bachbett, obwohl als Ausgangspunkt der Parkplatz am Rifugio Sa Oche angegeben ist? Weil der Erbauer Corrado Conca den Zustieg ja kennt und wohl auch sein Auto am Bachbett statt am Rifugio parkt. An der sicherlich korrekten Übersetzung der italienischen Beschreibung (Danke an Manni-Fex!) kann es auch nicht liegen, dass niemand den korrekten Abstieg findet; er ist halt nicht markiert – ja, weil der Erbauer den Abstieg gut kennt und auch ohne Markierung findet.
Vielleicht sollte man ihm eine Dose Sprühfarbe spendieren? Aber er hat ja Markierungen angebracht!? Ja, kleine grüne Punkte, die man eigentlich nicht braucht, und grüne Pfeile auf vermoosten Steinen, die niemand entdeckt, weil sie schon vor Jahren verblasst und verwittert sind.
Aber: ohne den Erbauer gäbe es weder diesen abenteuerlichen Steig noch die neuen Seilsicherungen und schon gar nicht die Steighilfe im Zustieg und neuerdings auch oberhalb der Steinbaum-Verzweigung. VIELEN DANK DAFÜR!
Wirksame Tourismusförderung verlangt allerdings nach genauer Information und guter Markierung.
Eine Abstiegsbeschreibung kann ich zwar hier auch nicht liefern, aber die Neuigkeit, dass der von weit unterhalb sichtbare Knotenstrick zwar nicht den weiteren Verlauf des Klettersteigs darstellt – wie wir meinten und uns plötzlich „oben“ wiederfanden, ohne die Kettenpassage gefunden zu haben – aber immerhin ein brauchbarer Rückweg ist, solange Farbsprühdosen mit Signalfarbe nicht im 5-Jahres-Plan enthalten sind.
Also, erneuter Abstieg zum Baum mit Stein drin – siehe Foto, was auf Sardinien als Wegmarkierung durchgeht, dann auf dem Band zum Kettenaufstieg und am Ausstieg den Steinmännchen gefolgt, die uns – Enttäuschung – nicht hinab zum Parkplatz, sondern hinauf zum Knotenstrick über dem Steinbaum geleitet haben, der offenbar den neuen Rückweg darstellt.
Fazit: Landschaft toll, Steig nicht so toll, Schluchtkraxelei okay. Kann man mal machen!
FrankF schrieb am 19.06.2015
Wir sind den steig am 17.06.2015 gegangen. Landschaftlich wirklich toll! Steig ist im guten zustand.

Zustieg:
Wie schon von Vaifrax erwaehnt: zurueck zur strasse, dann rechts bis zum trockenen bachbett. Dann rechts und immer das bachbett verfolgen. Im bachbett ist eine ungesicherte stelle: wie auch von Markus13 beschrieben, rinne unterhalb eines klemmblockes, der von ihm erwaehnte blauer zurgurt haben wir allerdings nicht gesehen. Weiter durch das bachbett, bis im 2. amphitheater, links das schotterfeld hoch, der kahlen tannenstamm sieht man erst wenn man fast oben am schotterfeld ist.

Klettersteig:
Siehe fotos und beschreibung von Markus13 stimmt genau.

Abstieg:
Auch wir haben keinen weg gefunden und haben mit GPS dem naechstmoeglich kartieren weg gesucht. Der scharfkantigen karst mit metertiefen spalten ist meiner meinung nach gefaehrlicher wie der klettersteig! Bei uns hat es dann auch noch angefangen etwas zu regnen, der karst ist dann an stellen sehr glatt!

Ingesammt haben auch wir fuer die komplette runde fast 6 stunden gebraucht, hatten aber 2 mal eine laengere pause (vor dem einstieg und vor dem abstieg). Wir haben zwischen 1 und 1,5 stunden gebrauch vom ausstieg bis wir den weg erreicht haben.

Verzeihe mir die rechtschreibe fehler, bin Hollaender und schreibe nicht oft deutsch :-)
vaifrax schrieb am 22.09.2014
Toller Klettersteig und tolle Schlucht!

Anfahrt/Zustieg: wir haben zwei Wege verfolgt vom Rifugio, die beide falsch waren, bis schliesslich jemand dort war (Besichtigung der Grotte lohnt sich).
Wir wurden vom Rifugio zurück zur Strasse (ca. 500m) und noch 700m weiter zum trockenen kleinen Bachbett geschickt, von wo aus die Beschreibung nun zutrifft.
Trotz der späteren Startzeit war Hitze kein Problem, man ist meist im Schatten.

Abstieg: leicht ansteigend bis dorthin, wo das obere Ende vom Amphitheater am weitesten eingeschnitten ist, also genau dort, wo man erwarten würde, wo der Weg rauskommt wenn man den eigentlichen Klettersteig, also das 2. Band nicht gehen würde. Es gibt dort ein paar Bäume, man muss etwas Klettern, es sah nicht unbedingt nach einem Weg aus aber war kein großes Problem. Markierungen haben wir keine gefunden.
Markus13 schrieb am 27.04.2014
Wir haben den Steig am 23.04.2014 begangen.
Landschaftlich ist der Steig sehr schön. Schon der Zustieg durch die urwüchsige wilde Schlucht
ist sehr beeindruckend. Es gibt zwar linksseitig in der Schlucht einen Pfad, der wohl auch zum Einstieg führt. Dort besteht aber die Gefahr, dass man zu früh zu weit aufsteigt.
Als wir dort waren, führte die Schlucht kein Wasser, so sind wir immer dem Weg im eigentlichen Flussbett gefolgt. Der Klettersteig befindet sich - vom Rifugio di sa Oche aus gesehen - auf der linken Seite der Schlucht im zweiten, sog. Amphitheater. Im Ersten könnte man schon denken, man sei richtig und sucht nach dem Einstieg. Gerade auch deshalb, weil es dort auch - wie in der Beschreibung - links ein Schotterfeld gibt. Im zweiten, grösseren Amphitheater (wow) stösst man ziemlich geradeaus auf ein Schotterfeld. Vor diesem angelangt, sieht man links das in der Beschreibung gemeinte Schotterfeld. Dieses führt in eine Art Nische/Ecke, in der man auch den kahlen Tannenstamm am Fels gelehnt sieht (kleiner als erwartet). Der grüne Punkt (nicht grösser als ein 2EUR-Stück) markiert den Einstieg und eine kleine ungesicherte Felsstufe. An dieser sind in zwei Höhen Edelstahlösen zur Partnersicherung angebracht - in ca. 2,5m und in ca.4-5m Höhe. Höher ist die Felsstufe auch nicht. Der Fels bietet dort zwar nur runde Griffe, ist aber nicht speckig. Das mitgebrachte 10m-Seil blieb (trotz meines gesteigerten Sicherungsbedürfnisses) im Rucksack.
Die in der Beschreibung erwähnte ungesicherte Felsstufe (vor dem ersten Amphitheater) haben wir NICHT gesehen.
Wahrscheinlich, weil wir konsequent im Flussbett geblieben sind. Dort gibt es zwar auch eine ungesicherte Stelle (Rinne unterhalb eines Klemmblockes), diese kann aber auch nicht gemeint gewesen sein, weil die besagten Felshaken nicht vorhanden waren. Dort klemmte als Provisorium nur ein blauer Zurrgurt aus dem Baumarkt mit einem Knoten in einem Spalt (ist im Video zu sehen).
-
Der Klettersteig selbst ist bis zur Schlüsselstelle lediglich eine gesicherte kurze Bandwanderung mit ausgesetzten Stellen. Der erste Steilaufschwung erfordert wirklich etwas Armkraft oder alternativ eine bessere Klettertechnik. Trittlos ist die Wand allerdings nicht. Es befinden sich ein paar Trittbügel aus max. 10mm Armiereisen/Torstahl) im Fels, auf denen man notfalls auch etwas rasten kann. Die Ketten an diesem schwierigen Stück bilden auch keine Erleichterung, weil die Karabiner schlecht rutschen und sich auch schnell mal IN die Kettenglieder verirren (jedenfall bei Black Diamond-Karabinern).
Der zweite Steilaufschwung (Ausstiegswand mit auffälligem Baum, schon vom Einstieg sichtbar) weist zwar ausser einer einzigen Klammer keine künstlichen Tritte auf, ist aber nicht so steil wie der Erste und unproblematisch (evtl. C). Der oben erwähnte Baum verlockt als Standfläche, was dieser wahrscheinlich aber nicht mehr ewig mitmacht (knarz).
-
Die Probleme begannen für uns erst nach dem Ausstieg.
Auf diversen Karten habe ich schon gesehen, dass im Bereich des Ausstieges kein Weg eingetragen war.
Auf Nachfrage im Rifugio di sa Oche (Parkplatz) und Darlegung meiner Sorge, sagte man mir:
"Wenn Ihr die Ferrata gemacht habt, seht ihr den Weg". Auch ist in der Beschreibung von Steinmännchen die Rede, denen man zuerst aufwärts folgt. Vielleicht sind sie den Herbststürmen zum Opfer gefallen - wir haben jedenfalls oberhalb keine gesehen.
Lediglich eines kurz vor dem Abgrund nach langer Suche. Doch selbst dieses erschien uns wegen des umstehenden dichten Krummholzes als Sackgasse. Selbst eine grössere italienische Klettersteiggruppe, die uns bei unserem Zustieg entgegenkam, sagte, sie hätten wirklich lange nach dem Weg gesucht.
Nun - was uns als einziger Ausweg blieb, war eine Peilung mit dem GPS zum nächstmöglichen kartieren Weg - Geradewegs durch das Unterholz über scharfkantigen Karst mit metertiefen Spalten. Immer im rechten Winkel zu moderaten Höhenlinien (ca. 300hm/1,5km).
Inklusive der langen Suche beim Ausstieg und dem anschliessenden Orientierungsmarsch haben wir für die Runde fast 6h gebraucht.
Aufgrund des Abstieges würde ich persönlich diese landschaftlich wirklich tolle (leider etwas kurze Ferrata) nicht mehr begehen.

Video unter: www.youtube.com/markus923

Gruß, Markus
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