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THEMA: Lawinenunglück ! David Lama , Hans J. Auer u. J. Roskelly ,Tod

Lawinenunglück ! David Lama , Hans J. Auer u. J. Roskelly ,Tod 20 Apr 2019 11:33 #1

  • Srajachjung
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Als ich es gelesen habe konnte ich erst nicht fassen ! Damit weilen sicher zwei der besten deutschsprachigen Alpinisten nicht mehr unter den Lebenden ! :(
Mir sind solche Hiobsbotschaften immer eine Mahnung, den Bogen in punkto Risikobereitschaft möglichst nicht zu überspannen ! Paßt immer gut auf euch auf !

www.spiegel.de/reise/aktuell/david-lama-...lueck-a-1263731.html
Letzte Änderung: 20 Apr 2019 11:37 von Srajachjung.
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Lawinenunglück ! David Lama , Hans J. Auer u. J. Roskelly ,Tod 11 Mai 2019 09:23 #2

  • kletterkiki
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Mmmmmhhhh... Ich weiss immer gar nicht, was ich zu sowas sagen soll. Traurig ist es, ja. Allerdings kalkulieren diese Extremspotler den Tod mit ein. Das ist so und das sagen sie auch. Und das ist das, was ich persönlich nicht verstehe. Das Geschenk des Lebens dermaßen auf's Spiel zu setzen für den Kick oder dafür, dass man der erste ist... dafür hab ich kein Verständnis.

Wäre vielleicht mal eine Diskussion wert...
"Ich wurde oft falsch verstanden. Häufig unternahm ich Dinge, die für andere eine Provokation waren."
Walter Bonatti (1930-2011)
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Lawinenunglück ! David Lama , Hans J. Auer u. J. Roskelly ,Tod 16 Mai 2019 13:59 #3

Hallo Zusammen,

ja, es ist tragisch, aber R. Messner hat es auf den Punkt gebracht.
Max. die Hälfte der Extrembergsteiger werden über 35 Jahre alt.

Eigene Schuld ist hier ein weiter Begriff und sicher unfair, insbesondere den Angehörigen gegenüber.
Allerdings ist es wie bei allen Dingen im Leben, nur zu Hause im Stuhl zu sitzen ist auch blöd.
Ich finde immer die Frage nach Familie, Kindern etc. ist hierbei wichtig.
Wenn ich alleine lebe und im Risiko meine Erfüllung finde, ist das in Ordnung, sonst zumindest bedenklich!

Mich nerven die ständigen Fragen, wer schuld daran ist.
Gruß
Jens
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Lawinenunglück ! David Lama , Hans J. Auer u. J. Roskelly ,Tod 18 Mai 2019 14:55 #4

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Meine Bestürzung über den Tod der drei Ausnahmebergsteiger hält sich in Grenzen. Es sind - im Gegensatz zu uns - Profis die genau wissen was sie tun während Freizeitbergsportler eher infolge Selbstüberschätzung, fehlendem Wissen und/oder Können oder ganz einfach wegen eines dummen Zufalls tödlich verunglücken. Wie kletterkiki zutreffend schreibt kalkulieren die Profis ihren Tod bei bestimmten Unternehmungen mit ein.

Das war so, ist so und wird so bleiben. Mich stört (wie Jens), dass hinterher die immergleichen Fragen nach dem wieso, weshalb und warum gestellt werden, ganz besonders deshalb weil diese Profis so etwas einzig und allein für das eigene Ego durchziehen.

Warum fragt niemand beim Tod völlig unbekannter "Profis" die wir täglich sehen und die ihren Beruf (ihre Profession) ebenfalls aus freien Stücken gewählt haben? Auch hier könnte die Öffentlichkeit hinterfragen wie das hätte vermieden werden können und ob die Opfer das ihren Familien zumuten durften oder nicht, z.B.

- Polizist wird in Ausübung seines Dienstes von Mann mit Schere erstochen - oder
- Feuerwehrmann (schlechter bezahlt) wird von herabstürzendem Balken erschlagen oder stirbt
bei plötzlicher Explosion - oder
- Straßenmeistereimitarbeiter (am miesesten bezahlt) wird an BAB-Baustelle von LKW erfasst
und getötet.

Alles gleich tragisch - ob Profibergsteiger, Formel1-Fahrer, Feuerwehrmann oder Straßenmeistereimitarbeiter. Aber die Wahrheit ist auch, dass keiner der Beteiligten gezwungen wurde der jeweiligen Tätigkeit nachzugehen und jeder zu Beginn seines Tuns wissen konnte/musste, dass genau dieses Ereignis irgendwann eintreten kann.

Gruß
Fattel
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Lawinenunglück ! David Lama , Hans J. Auer u. J. Roskelly ,Tod 18 Mai 2019 15:49 #5

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Aber natürlich werden die Beteiligten gezwungen! Sie sind gezwungen sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Oder meinst Du in Bangladesch geht jemand freiwillig in den Mangrovenwald und lässt sich aus Vergnügen vom Tiger fressen? Und genau so muss der Polzist und der Straßenmeistereimitarbeiter und der Gärtner und der Feuerwehrmann seinen Lebensunterhalt verdienen. Und je nach Herkunft oder Bildungsstand oder geistigen oder körperlichen Zustand gibt es dafür mehr oder weniger Geld! Jeder macht es nur um sein Überleben zu sichern und nicht um sich selbst zu verwirklichen oder seiner Berufung nach zu gehen, oder um der Menschheit zu dienen, oder...
Und auch diese Bergsteiger wollten nur mit dem was sie können so viel und so lange wie möglich Geld verdienen.
Nicht mehr und nicht weniger!
MfG Dirk
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Lawinenunglück ! David Lama , Hans J. Auer u. J. Roskelly ,Tod 19 Mai 2019 09:52 #6

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Freddy63 schrieb:
... Und auch diese Bergsteiger wollten nur mit dem was sie können so viel und so lange wie möglich Geld verdienen.
Nicht mehr und nicht weniger!
MfG Dirk

M. E. geht es bei den Extremsportler nicht nur ums Geld verdienen, sondern vor allem um den Kick und ums Ego... bitte nicht falsch verstehen, ist meine persönliche Meinung.
"Ich wurde oft falsch verstanden. Häufig unternahm ich Dinge, die für andere eine Provokation waren."
Walter Bonatti (1930-2011)
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Lawinenunglück ! David Lama , Hans J. Auer u. J. Roskelly ,Tod 19 Mai 2019 11:33 #7

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@Freddy63:

Nimm es mir bitte nicht übel - aber NIEMAND in unserem Kulturkreis wird zu irgendeiner Tätigkeit gezwungen. Es bleibt jedem selbst überlassen wie er seinen Lebensunterhalt verdient. Du hast das richtige Stichwort verwendet! Es geht hier um "Berufung" und "Selbstverwirklichung".

Das ist uns "Normalos" zwar nicht verwehrt aber wir sind infolge verschiedenster Bedingungen häufig nicht in der Lage dieser "Berufung" zu folgen (Elternhaus/finanzielle Einschränkungen/Ortsgebundenheit usw.). Egomanen, insbesondere Extremsportler (egal welcher Franktion) leben dies hingegen (ohne Rücksicht auf ihre Familien) aus.

Nahezu alle bekannten Bergsteiger sind im übrigen ausgebildete Bergführer. Die könnten ihren ganz normalen Job tun, Gäste führen, in ihrer Freizeit etwas extremere Touren bewältigen, evtl. - wie z.B. Messner in früheren Jahren - eine Bergschule leiten. Tun sie aber nicht weil sie den "Kick" brauchen.

Den Kick brauchen z.B. auch Geschwindigkeits-Junkees die mit 250 über die Autobahn "kacheln". Wenn so einer tot am Baum endet ist der Kommentar (nicht ganz zu unrecht!!!): "Selbst schuld". Wenn ein Spitzenbergsteiger ungesichert aus einer Wand fällt soll das hingegen tragisch, bedauernswert, viel zu früh passiert usw. usw. sein????

Lassen wir es dabei bewenden!?

Wichtig ist doch, dass WIR, die wir aus Freude an der Natur in den Bergen unterwegs sind, wieder heil nach Hause kommen. Und das sollte uns - bei sorgfältiger Risikoabwägung vor Beginn einer Tour - immer möglich sein.

Beste Grüße

Fattel
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